Deutscher Verband für Bildungs- und Berufsberatung e. V.

Geschichte

 

Bildungs- und Berufsberatung wird in Deutschland von öffentlichen und privaten Institutionen sowie von Freiberuflern angeboten, mitunter auch ehrenamtlich.

Berufsberatung war von 1927 bis 1997 durch ein sog. „Alleinrecht“ der Arbeitsverwaltung vorbehalten, das heißt der damaligen Bundesanstalt für Arbeit, und ist bis heute eine gesetzlich verankerte staatliche Aufgabe. Berufsberatung meinte ursprünglich nur die Beratung von jugendlichen Berufswählern und wird auch heute oft noch so verstanden. Seit der Einführung des Sozialgesetzbuches III (1998) umfasst dieser Begriff auch die Arbeitsberatung erwachsener Menschen. Aus diesen historischen Gründen ist die Bundesagentur für Arbeit bis heute der weitaus größte deutsche professionelle Anbieter von Bildungs- und Berufsberatung.

Seit ca. 1968 entstanden und entwickelten sich u. a. Schullaufbahn-, Studien- und Weiterbildungsberatung, die man heute unter Bildungsberatung zusammenfasst. Diese Formen werden infolge des Föderalismus durch die Länder und die Kommunen finanziert bzw. wahrgenommen, nehmen einen lebhaften Aufschwung und arbeiten an ihrer Professionalisierung.

Die Erkenntnis, dass praktisch alle Menschen aus den verschiedensten Gründen phasenweise nicht erwerbstätig, aber auf vielerlei Weise anderweitig aktiv sind, führte zu dem Begriff der Beschäftigungsberatung, die meist als Bestandteil in die anderen Beratungsformate integriert ist.

Insbesondere Bildungs- und Beschäftigungsberatung wird oftmals nicht hauptberuflich durchgeführt, sondern als eine Aufgabe neben anderen wahrgenommen, zum Beispiel neben lehrenden Tätigkeiten. Je nach Institution ist sie kostenfrei oder gebührenpflichtig. Außerdem gibt es zahlreiche freiberufliche Karriereberater und Coaches mit den unterschiedlichsten Schwerpunkten, auch Unternehmen bieten mitunter im Rahmen ihrer Kundenbetreuung Bildungs- und Berufsberatung an.