Deutscher Verband für Bildungs- und Berufsberatung e. V.

Migration und Beratung

Herausforderungen für die Integration in Bildung, Arbeit und Beruf


dvb-Jahrestagung vom 06. bis 08. November 2020 in Münster

 

Workshops 1 - 5 am Samstag, 07.11.2020, 9:00-10:30 Uhr


Workshop 1:
Kultur, Inter- und Transkulturalität in der Beratung

Referentin: Helga Barbara Gundlach

Interkulturelle und Diversity Trainings und Beratung, Religionswissenschaftlerin, zertifizierte Xpert-Culture Communication Skills®-Trainerin, Prüferin und Regionalbeauftragte und Mitglied im bundesweiten Beratungsausschuss. Mitglied Arbeitsstelle diversitAS Leibniz Universität Hannover.

www.helga-b-gundlach.de

Dieser Workshop behandelt verschiedene Ansätze Interkultureller Kompetenz und ihrer Anwendung in der Beratung. In einer Begriffsklärung werden die Unterschiede von Inter- und Transkulturalität und der darin vermittelten Haltung erläutert. Diese Haltung hat Auswirkungen im Beratungskontext. Es werden die jeweilig zugehörigen Kulturmodelle veranschaulicht sowie die Arbeit mit diesen Modellen in der Beratung an Beispielen betrachtet. Eine Definition von Kultur ermöglicht die Übertragung auf die jeweiligen Kulturen der Tagungsteilnehmenden.

Methoden: Theoretischer Input, Aufstellung, Kleingruppenarbeit, Selbstreflexion, Austausch.

Max. TeilnehmerInnenzahl: 30


Workshop 2: Grundlagen einer differenz- und diskriminierungssensiblen Beratung in der Migrationsgesellschaft

Referentin: Anne Broden

Bildung und Beratung in der Migrationsgesellschaft.
Anne Broden leitete 17 Jahre das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit in NRW (IDA-NRW) und ist seit drei Jahren freiberuflich tätig. Thematische Schwerpunkte ihrer Arbeit sind Rassismus- und Antisemitismuskritik, Migrationspädagogik und Rechtsextremismusprävention. Neben Fortbildungen für LehrerInnen und Fachkräfte der Sozialen Arbeit bietet sie regelmäßig Seminare für Studierende der Sozialen Arbeit an der Technischen Hochschule in Köln an.

www.AnneBroden.de

In diesem Workshop werden wir uns zunächst anhand eines Inputs dem aktuellen Rassismus nähern, seine Funktionsweisen betrachten und der Verwobenheit der Individuen in problematisches strukturelles Handeln nachgehen. Darüber hinaus werden „Edelsteine“ und „Stolpersteine“ einer rassismuskritischen Beratung vorgestellt, die sich als differenz- und diskriminierungssensibel erweist. Die praktischen Beratungserfahrungen der Teilnehmenden werden auf diesen Grundlagen reflektiert und vielleicht neue Impulse für die Arbeit entwickelt. 

Methoden: Input und Reflexion der Erfahrungen

Max. TeilnehmerInnenzahl: 25


Workshop 3: Asyl- und aufenthaltsrechtliche Regelungen für (neu) Zugewanderte

Referentin: Kirsten Eichler

Mitarbeiterin beim Projekt Q – Qualifizierung der Flüchtlingsberatung bei der GGUA Flüchtlingshilfe e.V.  Das Projekt Q bietet Schulungen zu den Themen Asyl-, Aufenthalts- und Sozialrecht an und erstellt regelmäßig Arbeitshilfen und Übersichten zu diesen Themen. Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e.V. (GGUA).

www.einwanderer.net und www.ggua.de

Was bedeuten Aufenthaltsgestattung und eine Duldung, besonders im Hinblick auf Bildungspläne und Erwerbsmöglichkeiten? Welche Schutznormen kennt das Asylrecht, wie sind die Schritte bis zur unbefristeten Niederlassungserlaubnis? Wer kann seine Familie nachkommen lassen?
Mit einem Input gibt die Referentin einen Überblick über die aufenthaltsrechtlichen Regelungen und zeigt empfehlenswerte Quellen für vertiefende Informationen und Hilfen auf.  Im anschließenden Austausch stehen die Anliegen und Fragen der Teilnehmenden zu dem Themenkomplex im Mittelpunkt.

Methoden: Input und Austausch.

Max. TeilnehmerInnenzahl: keine Vorgaben - je mehr TeilnehmerInnen, desto mehr Vortragscharakter


Workshop 4: Studium nach der Flucht: Rahmenbedingungen, Herausforderungen und Ansatzpunkte für die Bildungs- und Berufsberatung

Referent: Michael Grüttner

Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung(DZHW), Projektleitung WeGe – Wege von Geflüchteten an deutsche Hochschulen

www.dzhw.eu

Der Workshop führt in die Thematik des Studiums nach der Flucht ein. Dabei werden sowohl aufenthalts- und hochschulrechtliche Rahmenbedingungen beschrieben als auch ein Überblick über das deutsche System der Studienvorbereitung für sogenannte Bildungsausländer gegeben und anhand von Fallbeispielen einzelner Hochschulstandorte illustriert. Neuzugewanderte Geflüchtete mit Studienwunsch und BeraterInnen stehen einem Geflecht politischer und privater Akteure und verschiedenen Spannungsfeldern gegenüber. Aktuelle Statistiken sowie illustrative Forschungs­ergebnisse vermitteln ein Bild von der Situation von Geflüchteten auf dem Weg ins Studium und den zentralen Herausforderungen dabei. Einer prozessorientierten Perspektive folgend, werden Punkte auf dem Weg ins Studium oder eine berufliche Alternative mit ihren je spezifischen Beratungsanlässen und Beratungsbedarfen identifiziert. Nach einem Impulsvortrag wird in Anlehnung an ein World-Café die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und zur Vertiefung einzelner Themenschwerpunkte in Gruppen geben. Eine gemeinsame Diskussion der Inhalte schließt den Workshop ab.

Methoden: Impulsvortrag, World Café

Max. TeilnehmerInnen: 30


Workshop 5: Projekt EMSA – Erfolg mit Sprache und Abschluss: Beratung und Qualifizierung von MigrantInnen bis zum Berufsabschluss

Referentin: Susanne Neumann

Diplom-Ökotrophologin, aktuell Projektleiterin des Teilprojektes MAZAB im IQ Netzwerk Berlin seit 2013 sowie der Projekte EMSA- Erfolg mit Sprache und Abschluss sowie ARRIVO Berlin Wege zum Berufsabschluss seit 2010 bzw. 2016, aktuell gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Soziales. Diesen Projekten gemein ist das Ziel, dass erwachsene Migranten und Migrantinnen als Fachkräfte in Deutschland arbeiten - aber dabei ihre bereits vorhandenen Erfahrungen und Kompetenzen auf dem Weg zu einem deutschen Berufsabschluss bzw. seiner gleichwertigen Anerkennung nutzen können.

Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik (INBAS)

www.inbas.com

EMSA möchte, dass MigrantInnen alle Möglichkeiten ausschöpfen, zum Berufsabschluss zu kommen. Als Fachberatungsstelle berät EMSA die Zielgruppe und alle anderen Bildungsberatenden. Außerdem werden Bildungsdienstleister dabei unterstützt, Angebote zur Qualifizierung zum Berufsabschluss mit integrierter Deutschförderung zu entwickeln. Dazu gehören eine Professionalisierung des Personals, die eine Kompetenzentwicklung der Teilnehmenden begleitet und Unterstützung bei der Zertifizierung nach AZAV. Der Workshop gibt Einblicke in die Praxis der spezifischen Beratung zum Berufsabschluss und ein besonderes Qualifizierungsformat.

Methoden: Input mit viel Möglichkeiten des Austauschs – Fallbeispiele, Film und Materialausstellung zum Anfassen bzw. zur Ansicht

 

Max. TeilnehmerInnenzahl: 20


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