Deutscher Verband für Bildungs- und Berufsberatung e. V.

Migration und Beratung

Herausforderungen für die Integration in Bildung, Arbeit und Beruf


dvb-Jahrestagung vom 06. bis 08. November 2020 in Münster

 

Workshops 11 - 15 am Samstag, 07.11.2020, 14:00-17:15 Uhr


Workshop 11:
Psychische Belastungen bei Geflüchteten und wie ein traumasensibler Umgang in der Beratung mit ihnen gelingen kann

Referentin: Sandra Steinberg

Diplom-Pädagogin, Traumapädagogin und traumazentrierte Fachberaterin (DeGPT/BAG-TP) und als Beraterin in der GGUA / Refugio Münster tätig

Refugio Münster – Psychosoziale Flüchtlingshilfe

www.refugio-muenster.de, www.ggua.de

Viele der nach Deutschland geflüchteten Menschen sind aufgrund von traumatischen Erlebnissen vor, während und nach der Flucht extremen Belastungen ausgesetzt, die sich stark auf die psychische Gesundheit der Betroffenen auswirken. Die psychosoziale Unterstützung stellt die BeraterInnen vor besondere Herausforderungen. Inhalte des Workshops: 

Methoden: Input, praktische Übungen, ggf. Gruppenarbeit

Max. TeilnehmerInnenzahl: 16


Workshop 12: Sprachsensibel beraten - aber wie? – Praktische Tipps für die Beratung von Ratsuchenden mit Deutsch als Zweitsprache

Referentin: Ute Köhler

Mitarbeiterin IQ Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch, Aufgabenbereiche: Sprachsensibel beraten, Zusammenarbeit mit Betrieben 

www.deutsch-am-arbeitsplatz.de

Der Beratungsalltag stellt hohe sprachliche Anforderungen an Beratende im Themenfeld Bildung, Beruf und Beschäftigung sowie an MultiplikatorInnen der Bildungs- und Berufsberatung. Im Kontakt mit Ratsuchenden, die Deutsch als Zweitsprache gelernt haben oder noch lernen, werden diese Anforderungen häufig zu einer großen Herausforderung:  
Komplexe Informationen und Inhalte müssen in einer für die jeweiligen Kunden verständlichen Sprache übermittelt werden. Die Anliegen von Kunden mit ungleichem Informationsstand und unterschiedlichen Sprachkenntnissen müssen verstanden werden, damit entsprechend informiert oder an zuständige Institutionen weitervermittelt werden kann. Dies geschieht häufig im direkten Gespräch aber auch am Telefon. Dabei müssen Beratende vor allem mit sprachlichen Herausforderungen praktisch und lösungsorientiert umgehen.   

Der Workshop zeigt sprachliche Herausforderungen und mögliche Hürden in der Kommunikation mit Ratsuchenden auf und lädt dazu ein, sprachliche Handlungsmöglichkeiten für eine sprachsensible Beratung zu erproben und zu reflektieren. 

Methoden: Workshopformat

Max. TeilnehmerInnenzahl: 24


Workshop 13:
Von Selbsteinschätzung bis Validierung: Verfahren zur Kompetenzfeststellung von Migrantinnen und Migranten

ReferentInnen: Laura Roser, Dr. Andreas Fischer

Laura Roser ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsinstitut für Betriebliche Bildung
(f-bb) und schwerpunktmäßig im Kompetenzfeld „Migration und Arbeitsmarkt“ tätig. Sie hat u.a. zu Verfahren der Kompetenzfeststellung im Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ sowie im Kontext der Berufsorientierung für Geflüchtete gearbeitet.  

Dr. Andreas Fischer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für Betriebliche Bildung (f-bb) und schwerpunktmäßig im Kompetenzfeld „Kompetenzfeststellung und -entwicklung“ tätig. Er hat zu Kompetenzmessung promoviert und war u.a. an der Entwicklung und Implementierung der Testverfahren MYSKILLS und IdA KompetenzCheck beteiligt. 

www.f-bb.de

Der Workshop vermittelt einen Überblick über das Spektrum aktueller Verfahren zur Feststellung formal, informell und non-formal erworbener Kompetenzen von Migrantinnen und Migranten sowie Geflüchteten. Berücksichtigt werden Verfahren und Instrumente, die im Kontext der Berufsorientierung und/oder der Berufsberatung eingesetzt werden können. Besonderes Augenmerk liegt auf zielgruppenspezifischen Anforderungen.

Methoden: Input/Präsentation und Austausch in Gruppen 

Max. TeilnehmerInnenzahl: 20


Workshop 14:
Wissenschaft und Praxis: Nutzen des Migrationspaketes und Integrationsfähigkeit des deutschen Bildungs- und Erwerbssystems

ReferentInnen: Prof. Dr. Matthias Knuth, N. N.

Prof. Dr. Matthias Knuth ist seit seinem altersbedingten Ausscheiden aus dem Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen im Juli 2016 diesem weiterhin als Research Fellow verbunden. Von 2011 bis 2017 war er Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Sozialwissenschaftliche Arbeitsmarktforschung (SAMF). Von 2007 bis 2011 leitete er im IAQ die Forschungsabteilung „Entwicklungstrends des Erwerbssystems“, von 2003 bis 2006 einen Forschungsschwerpunkt mit gleicher Bezeichnung im NRW-Landesinstitut Arbeit und Technik in Gelsenkirchen. Forschungsschwerpunkte: Mobilität auf dem Arbeitsmarkt, Arbeitsmarktpolitik, international vergleichende Sozialpolitik, Erwerbstätigkeit von Älteren und von Personen mit Migrationshintergrund. 

www.iaq.uni-due.de

 

N.N., Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge


www.unternehmen-integrieren-fluechtlinge.de


Methoden: Input, Diskussion

Max. TeilnehmerInnenzahl: 30


Workshop 15: Welche eigenen Einstellungen zu Migration spielen in der Beratung eine Rolle? - Selbstreflexion in der Beratung

Referent: Wolfgang Oppacher

Geschäftsführer, Trainer und Berater in der Bildungseinrichtung faktorM -- Mensch im Unternehmen, thematische Arbeitsschwerpunkte: Kommunikation, Gesprächsführung, Konflikte, Trainer- und Beraterfortbildung 

www.faktorM.de

Auch bei Beratenden können Vorurteile und Ressentiments gegen migrierte oder geflohene Beratungskundinnen und -kunden wirksam werden. Wichtig sind ein positives Verständnis der eigenen Einstellungen und ein wertschätzender Umgang mit sich selbst. 

Zum Beispiel ist ein ablehnendes Ressentiment vielleicht nur die überlaute Stimme, die den positiven Kern des Selbstschutzes verdeckt in sich trägt. Wir arbeiten im Workshop einige unserer in der Beratung wirksamen inneren Einstellungen heraus und versuchen, diese mit dem Wertequadrat nach Schulz von Thun in eine positive Dynamik zu bringen.

Methoden: durchgehend interaktiver Workshop 

Max. TeilnehmerInnenzahl: 16


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